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Worte sind mehr als Schall und Rauch

Politiker, Journalisten, Schriftsteller, Ideologen, Demagogen und Werbetexter wissen genau, dass Worte und Begriffe Bewusstsein schaffen und damit Werte, Vorstellungen und Emotionen vermitteln. Wer hingeht und Begriffe, die einen festen und für jedermann klaren Inhalt haben, neu definiert, das heißt mit anderen oder zusätzlichen Attributen ausstattet, suggeriert und manipuliert, dass die Bedeutung des veränderten Begriffs ab jetzt auch anders gelesen werden kann.

Bei solchen Vorgängen geht es - bewußt oder unbewußt - darum, die Bedeutungshoheit in den Köpfen der Bürger zu erlangen. Wem es gelingt, ungleiche Lebenssachverhalte mit dem gleichen Begriff zu belegen und in den Köpfen der Bürger zu verankern, handelt interessengeleitet.

Wir begegnen auf Schritt und Tritt solchen Manipulationen unserer Vorstellungen von den Dingen dieser Welt. Im gesellschaftlichen Diskurs geht es zum Beispiel um die Begriffe wie "Familie", "Ehe", "Vater", "Mutter" und so weiter, die mit Inhalten besetzt sind, die nicht nur rechtliche Merkmale in sich tragen, sondern auch mit traditionellen, über Jahrtausende gewachsene Vorstellungen und vor allen Dingen auch mit Emotionen befrachtet sind.

In diesem Zusammenhang lässt sich feststellen, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sorgfältig und konsistent mit den werttragenden Begriffen im Rahmen von ehelicher Partnerschaft und Familie umgeht. Die Haltung der Kirche kann unter verschiedenen Begriffen wie "Familie", "gleichgeschlechtliche Neigungen", "Proklamation zur Familie" unter presse-mormonen.de nachgelesen werden.

Was kann für den gesellschaftlichen Diskurs daraus gefolgert werden? Müsste nicht zur Vermeidung von Verwirrung und Diskriminierung zum Beispiel die geschlechtsunterschiedliche Beziehung und die gleichgeschlechtliche Beziehung mit verschiedenen Begriffen belegt werden? Wenn Sprache Bewusstsein schafft, müssen dann nicht unterschiedliche Lebenssachverhalte auch unterschiedlich bezeichnet werden?

Natürlich bleibt Sprache nicht vor Bedeutungsänderung und -ergänzung verschont, weil sie lebt, weil sie halt von Menschen benutzt und gedeutet wird. Aber das geschieht organisch, ungesteuert und manchmal über sehr lange Zeiträume hin. Die Jugendsprache zum Beispiel geht dabei ihre eigenen Wege und gestaltet - häufig in traditioneller Opposition zu den Erwachsenen - ihre eigenen Begriffe mit gänzlich neuem Inhalt. Der Klassiker ist das Wörtchen "geil".

Aber bei den Kernbegriffen unserer Wertegemeinschaft wie zum Beispiel "Ehe" und "Familie" geht es nicht um flotten Teenagerslang, sondern um Existenzielles. Müssten sich nicht alle gesellschaftlich relevanten Gruppen an einer diskriminierungsfreien und wertgetragenen Sprachgestaltung der Beschreibung der Lebens- und Liebesverbindung von Mann und Frau, Mann und Mann und Frau und Frau aktiv beteiligen?

Das wäre nicht trivial.

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Über den Blog

Für diesen Blog schreiben Mitarbeiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die Inhalte sind verlässlich und sorgfältig recherchiert, sollten aber nicht unbedingt als offizielle Stellungnahmen der Kirche betrachtet werden. Zweck dieses Blogs ist es, Journalisten, Blogger und die Öffentlichkeit mit Hintergrundinformationen über Themen von Interesse mit Bezug zur Kirche zu versorgen. Offizielle Pressemitteilungen und Stellungnahmen der Kirche finden sich auf presse-mormonen.ch.

Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.