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Schreiben der Ersten Präsidentschaft

Erste Präsidentschaft veröffentlicht neue Richtlinien für Interviews mit Jugendlichen

Die Erste Präsidentschaft hat das folgende Schreiben an alle Generalautoritäten, Gebietssiebziger, Präsidentschaften der Hilfsorganisationen, Pfahl-, Missions-und Distriktspräsidenten, Bischöfe und Zweigpräsidenten sowie die Leitungen der Jungen Damen und Jungen Männer in Pfahl und Gemeinde geschickt.

Richtlinien für Interviews mit Jugendlichen

Liebe Brüder und Schwestern,

der Bischof hat die heilige Aufgabe, die Jugendlichen zu führen, zu unterweisen und zu inspirieren. Nutzbringende persönliche Interviews sind eine wichtige Methode, die er dafür nutzt. Diese Interviews bieten Gelegenheiten, den Jugendlichen zu helfen, Jünger des Erretters zu werden, von Übertretungen umzukehren und das Evangelium Jesu Christi zu leben.

Diejenigen, die Interviews mit den Jugendlichen führen, müssen sich geistig vorbereiten, damit sie vom Heiligen Geist geführt werden. Als Teil dieser Vorbereitung legen wir ihnen ans Herz, sich die Richtlinien für Interviews und Beratungsgespräche in Kapitel 7 von Handbuch 1 durchzulesen. Abschnitt 7.1.7 dieses Kapitels, "Richtlinien für Interviews mit Jugendlichen", wurde in der Anlage aktualisiert. Die Aktualisierung im Internet und im Archiv Kirchenliteratur erfolgt in Kürze. Auch die Formulierung in Frage 7 zum Tempelschein mit eingeschränkter Geltung wurde vereinfacht.

Damit die Jugendlichen und Eltern wissen, welche Themen und Fragen in diesen Interviews besprochen werden, spricht der Bischof vor dem ersten Interview mit ihnen über die beigefügten Richtlinien.

In der Regel werden Kinder unter 11 Jahren nur in Vorbereitung auf die Taufe interviewt oder wenn sie im Tempel an ihre Eltern gesiegelt werden sollen. Diese Interviews unterscheiden sich in ihrer Art von den Interviews mit Jugendlichen, und normalerweise sind auch die Eltern dabei anwesend.

Wir danken Ihnen für Ihre eifrigen Bemühungen, die Jugendlichen geistig zu stärken und sie darauf vorzubereiten, heilige Bündnisse zu schließen und zu halten.

Mit freundlichen Grüßen

Russell M. Nelson
Dallin H. Oaks
Henry B. Eyring

Die Erste Präsidentschaft

Richtlinien für Interviews mit Jugendlichen
20. Juni 2018

Diese Richtlinien sollen mit den Jugendlichen und ihren Eltern vor dem ersten Interview mit dem Bischof, Zweigpräsidenten oder Ratgeber in der Bischofschaft oder Zweigpräsidentschaft besprochen werden. Die Hinweise für den Bischof und seine Ratgeber gelten entsprechend auch für den Pfahl-, Distrikts-oder Missionspräsidenten und seine Ratgeber. Siehe das Schreiben der Ersten Präsidentschaft vom 20. Juni 2018: "Richtlinien für Interviews mit Jugendlichen".

Aus Handbuch 1, 7.1.7, „Richtlinien für Interviews mit Jugendlichen“

Die Aufgabe der Eltern

Es ist in erster Linie die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder im Evangelium Jesu Christi zu unterweisen. Sie helfen ihren Kindern, geistig zu wachsen und sich darauf vorzubereiten, heilige Bündnisse einzugehen und zu halten. Die Eltern sprechen auch mit ihren Kindern im Hinblick auf Würdigkeit und helfen ihnen, umzukehren und sich zu verbessern. Der Bischof und die anderen Führungsbeamten unterstützen die Eltern dabei.

Was der Bischof vor dem Interview erklärt

Wenn sich ein Mädchen darauf vorbereitet, Teil der JD-Organisation zu werden, oder wenn sich ein Junge darauf vorbereitet, das Aaronische Priestertum zu empfangen, bespricht der Bischof mit den Jugendlichen und ihren Eltern die nachstehenden Informationen zu den Interviews. Er kann dies im Rahmen der jährlichen Versammlung zur Vorbereitung auf den Tempel und das Priestertum tun oder je nach Bedarf zu einer anderen Zeit.

  • In erster Linie sind die Eltern dafür verantwortlich, ihre Kinder zu unterweisen und zu umsorgen.
  • Normalerweise interviewt der Bischof oder einer seiner Ratgeber den Jungen Mann oder die Junge Dame wenigstens zwei Mal im Jahr aus den Gründen, die im Abschnitt "Zweck der Interviews" unten umrissen sind. Ein Mitglied der Bischofschaft kann mit den Jugendlichen auch zusammenkommen, um Fragen zu beantworten, Unterstützung zu geben oder Aufträge zu erteilen.
  • Um den Jugendlichen zu helfen, sich in geistiger Hinsicht vorzubereiten, sind für heilige Angelegenheiten wie den Tempelschein, die Ordinierung zum Priestertum und für die Berufung auf Mission Interviews erforderlich. Die Führungsbeamten helfen den Jugendlichen gemeinsam mit den Eltern, sich auf diese Interviews vorzubereiten.
  • Die Eltern ermutigen ihre Kinder, das Gespräch mit dem Bischof zu suchen, wenn sie seine Hilfe brauchen, was geistige Führung oder Umkehr anbelangt.
  • Wenn der Jugendliche möchte, kann er Vater, Mutter oder einen anderen Erwachsenen bitten, bei dem Gespräch mit dem Bischof oder einem seiner Ratgeber anwesend zu sein.

Zweck der Interviews

Der Bischof und seine Ratgeber haben die heilige Aufgabe, die Jugendlichen zu führen, zu unterweisen und zu inspirieren. Nutzbringende persönliche Interviews sind eine wichtige Methode, die sie dafür nutzen. Bei diesen Interviews unterweisen der Bischof und seine Ratgeber die Jugendlichen darin, wie sie Jünger des Erretters werden. Sie überlegen gemeinsam mit den Jugendlichen, wie gut diese dem Erretter und seinen Lehren folgen. Die Interviews sollen eine aufbauende geistige Erfahrung sein.

Sie bieten eine Gelegenheit, nochmals das unbegrenzte Potenzial eines jeden Jugendlichen als ein Kind Gottes zu bekräftigen. Die Interviews bieten auch eine Gelegenheit, die Jugendlichen anzuregen, Pläne aufzustellen, wie sie dem Vater im Himmel näherkommen und sich in allen Lebensbereichen verbessern können.

Als Stellvertreter des Erretters ist der Bischof ein von Gott ernannter Richter in Israel. In dieser Funktion führt er Interviews, um die Würdigkeit der Jugendlichen festzustellen und ihnen dabei zu helfen, von Übertretungen umzukehren.

Diejenigen, die die Interviews durchführen, bringen Zuneigung zum Ausdruck und hören aufmerksam zu. Sie ermuntern die Jugendlichen zum Reden, anstatt die meiste Zeit selbst zu sprechen.

Häufigkeit der Interviews

Der Bischof führt normalerweise mit jedem Jungen Mann und jeder Jungen Dame mindestens einmal im Jahr ein Interview. Wenn es möglich ist, führt er mit jedem Jungen Mann und jeder Jungen Dame im Alter von 16 oder 17 Jahren zweimal im Jahr ein Interview. Ist dies nicht möglich, beauftragt er einen seiner Ratgeber, einige dieser Interviews zu führen.

Sechs Monate nach dem jährlichen Interview mit dem Bischof hat jeder Junge Mann und jede Junge Dame im Alter von 12 bis 15 Jahren für gewöhnlich ein Interview mit dem Ratgeber in der Bischofschaft, der für das jeweilige Kollegium des Aaronischen Priestertums oder die jeweilige Klasse der Jungen Damen zuständig ist.

Der Bischof kann die Häufigkeit dieser Interviews anpassen. Dabei geht er inspiriert und weise vor. Einige Jugendliche brauchen vielleicht mehr Aufmerksamkeit, andere hingegen brauchen nicht so häufig wie vorgesehen ein Interview; mit jedem muss aber mindestens einmal im Jahr eines geführt werden. Die Größe der Gemeinde und des Gemeindegebiets, Terminpläne und andere Umstände können sich ebenfalls auf die Häufigkeit der Interviews auswirken.

Gesprächsthemen

In dem Gespräch soll es unter anderem darum gehen, wie sich das Zeugnis des Jugendlichen vom himmlischen Vater, von der Mission und vom Sühnopfer Jesu Christi und vom wiederhergestellten Evangelium entwickelt. Der Bischof und seine Ratgeber betonen, wie wichtig es ist, die Taufbündnisse zu halten. Sie lehren die Jugendlichen, sich dadurch, dass sie jeden Tag rechtschaffen leben, darauf vorzubereiten, Tempelbündnisse einzugehen und zu halten. Die Mitglieder der Bischofschaft legen den Jugendlichen ans Herz, regelmäßig im Stillen und mit ihrer Familie zu beten und sich mit den heiligen Schriften zu befassen. Sie ermuntern sie auch, eine enge Beziehung zu ihren Eltern zu pflegen.

Wenn sie über den Gehorsam gegenüber den Geboten sprechen, nutzen der Bischof und seine Ratgeber auf angebrachte Weise die Interviewfragen für den Tempelschein mit eingeschränkter Geltung und die Richtlinien und Erläuterungen in der Broschüre Für eine starke Jugend. Die Führungsbeamten stellen sich bei dem Gespräch auf das Verständnis und die Fragen der Jugendlichen ein. Sie achten darauf, dass Gespräche über sittliche Reinheit weder Neugier noch Experimentierfreude wecken.

Der Bischof und seine Ratgeber können auch diese Themen ansprechen:

Priestertumsordinierung. Mit den Jungen Männern besprechen sie die Segnungen und Pflichten, die sie als Träger des Aaronischen Priestertums haben (siehe Lehre und Bündnisse 20:46-60; 84:31-48; die letzten Generalkonferenzansprachen zu diesem Thema und Handbuch 2, 8.1.1 und 8.1.3).

Seminar. Die Jugendlichen im entsprechenden Alter spornen sie dazu an, regelmäßig zum Seminar zu gehen, und sie betonen, wie man gesegnet wird, wenn man regelmäßig daran teilnimmt.

Missionsdienst. Der Vorbereitung der Jugendlichen auf eine Vollzeitmission schenken sie besondere Aufmerksamkeit (siehe 4.2). Die Jungen Männer werden angehalten, eine Mission zu erfüllen (siehe 4.3.1), und den Jungen Damen kann vorgeschlagen werden, auf Mission zu gehen (siehe 4.3.2). Sie sprechen darüber, dass man sich geistig vorbereitet, indem man würdig ist, sich mit dem Evangelium befasst und ein Zeugnis entwickelt. Sie gehen auch darauf ein, dass man sich in körperlicher, mentaler, seelischer und finanzieller Hinsicht vorbereiten muss.

Die Standardfragen für ein Interview mit Missionsanwärtern finden Sie auf lds .org/ mss. Der Bischof bespricht diese Fragen mit den Missionsanwärtern und deren Eltern vor dem Missionsinterview.

Die Mitglieder der Bischofschaft achten einfühlsam auf Umstände, unter denen ein junger Mann ehrenhaft vom Dienst als Vollzeitmissionar freigestellt wird (siehe 4.5.3). Der Bischof bespricht mit den jungen Männern und jungen Frauen Möglichkeiten für eine Mission im Kirchendienst für junge Mitglieder, sofern dies in Frage kommt (siehe 4.12).

Tempel. Die Mitglieder der Bischofschaft achten darauf, dass die Jugendlichen die Segnungen der Tempelbündnisse und der Tempelehe verstehen und auch die Voraussetzungen kennen, unter denen man diese Segnungen erlangt. Wenn sie einen Tempelschein ausstellen oder erneuern wollen, stellen sie die Standardfragen für einen Tempelschein mit eingeschränkter Geltung. Je nach Bedarf passen sie die Fragen an das Alter und die jeweiligen Umstände des Jugendlichen an.

Interviewfragen für einen Tempelschein mit eingeschränkter Geltung

  1. Haben Sie festen Glauben an Gott, den ewigen Vater, an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist, und haben Sie diesbezüglich ein Zeugnis?
  2. Haben Sie ein Zeugnis vom Sühnopfer Christi und von der Rolle Christi als Erretter und Erlöser?
  3. Haben Sie ein Zeugnis von der Wiederherstellung des Evangeliums in diesen, den Letzten Tagen?
  4. Erkennen Sie den Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als den Propheten, Seher und Offenbarer und als den einzigen Menschen auf der Erde an, der alle Schlüssel des Priestertums innehat und ermächtigt ist, sie auszuüben? Erkennen Sie die Mitglieder der Ersten Präsidentschaft und des Kollegiums der Zwölf Apostel als Propheten, Seher und Offenbarer an? Erkennen Sie die übrigen Generalautoritäten und die örtlichen Autoritäten der Kirche an?
  5. Leben Sie das Gesetz der Keuschheit?
  6. Gibt es in Ihrem Verhalten gegenüber den Mitgliedern Ihrer Familie etwas, was mit den Lehren der Kirche nicht im Einklang steht?
  7. Unterstützen Sie eine Gruppe oder Einzelperson, deren Lehren sich gegen die von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage akzeptierten richten?
  8. Sind Sie bestrebt, die Bündnisse, die Sie eingegangen sind, zu halten, an Ihrer Abendmahlsversammlung und Ihrer Priestertumsversammlung teilzunehmen und im Einklang mit den Gesetzen und Geboten des Evangeliums zu leben?
  9. Sind Sie im Umgang mit Ihren Mitmenschen ehrlich?
  10. Zahlen Sie den vollen Zehnten?
  11. Halten Sie das Wort der Weisheit?
  12. Haben Sie irgendwelche Sünden oder Verfehlungen begangen, die mit einem Priestertumsführer hätten bereinigt werden sollen, aber nicht bereinigt wurden?
  13. Halten Sie sich selbst für würdig, in das Haus des Herrn zu gehen und dort an den heiligen Handlungen teilzunehmen?

Aus Handbuch, 1 7.4., "Vorsichtsmaßnahmen gegen Missverständnisse"

Wenn ein Mitglied der Bischofschaft, der Pfahlpräsidentschaft oder ein anderer beauftragter Führungsbeamter mit einem Kind, einem Jugendlichen oder einer Frau zusammenkommt, bittet der Betreffende einen Elternteil oder einen anderen Erwachsenen, sich in einem Nebenraum, im Foyer oder im Flur aufzuhalten. Wenn derjenige, der interviewt wird, es wünscht, kann ein weiterer Erwachsener gebeten werden, bei dem Interview dabei zu sein. Der Führungsbeamte muss jede Situation vermeiden, die missverstanden werden könnte.

Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.